Ein Museum für die ganze Familie

Von Schwarzwälder-Bote 28.10.2012 - 21:04 Uhr

Schramberg. Da schlugen die Jungs- und Männerherzen höher, und viele der gut 100 Eröffnungs-Besucher des Eisenbahnmuseums Schwarzwald schwelgten in Erinnerungen an Kindheit und Jugend.

Die Erfinderzeiten sind mit der Eröffnung des neuen Bereichs "Spur II-Eisenbahnen" ein Mehrgenerationenmuseum geworden, zumal im Erdgeschoss des Auto- und Uhrenmuseums gleichzeitig auch eine Rennbahn-Sonderschau ihre Pforten öffnete.

Und während zuerst die jüngsten Besucher dort im Mitmachbereich die Rennwagen über die Piste sausen ließen, war es später am Abend dann Oberbürgermeister Thomas Herzog, der mit seinem Umwelt- und Technik-Fachbereichsleiter Andreas Krause Gummi für den Sieg gab. Zuvor hatte Herzog das neue Museum eröffnet und dabei betont, dass Technikmuseen sich "besonders bei Familien mit Kindern großer Beliebtheit" erfreuten.

"Ich bin fest davon überzeugt," so Herzog, "dass auch dieses Museum sein Publikum finden wird." Museen hätten aber auch die schöne Aufgabe, kulturelles Erbe zu sammeln und zu pflegen. Sie stellten ihre Sammlungen aus und vermittelten den Besuchern ihre Bedeutung. "Sie, verehrte Anwesende, werden vielleicht schmunzeln und sich fragen, ob man bei einem Modell- Eisenbahnmuseum von kulturellem Erbe sprechen kann?", so das Stadtoberhaupt. Sicherlich sei dieses Museum nicht zu vergleichen mit der von der UNESCO geführten Liste schützenswerter Weltkultur- und Naturerbestätten, von denen er einige erwähnte. Doch zum kulturellen Erbe gehörten nicht nur die besonderen Highlights. "Kulturelles Erbe", so Herzog weiter, "das sind auch die alltäglichen Dinge, die unsere Geschichte dokumentieren, und dazu gehört ebenso die Modelleisenbahn. Obwohl uns allen noch gut bekannt, wird sie mittlerweile nur noch von wenigen Liebhabern gesammelt." Wenn wir uns damit auseinandersetzen würden, "wird Geschichte, wird kulturelles Erbe konkret. Und wir verstehen, wie wir wurden, was wir sind und wie sich alles weiterentwickelt."

Dabei hätte Herzog mit einem Hinweis auf die Strecke der Rhätischen Bahn (RhB), die seit 2008 in Teilen Weltkulturerbe ist, zudem punkten können – auch weil RhB-Bahnen im Modell jetzt in Schramberg ihre Runden drehen.

Stellvertretend für alle Sammler und Leihgeber begrüßte Herzog die Sprecher der Interessengemeinschaft "Spur II" Regionalgruppe Süd, Michael Herberger und Heinz Kenner. Beide hätten bis kurz vor knapp noch an den Feinheiten gefeilt.

Er hoffe durch die Erweiterung der Erfinderzeiten auf eine Win-Win-Situation, so Michael Herberger. Dadurch, dass die Eisenbahn nicht nur Modelle zeige, sondern auch interaktiv zu bedienen sei, versprach er "ein Paradies für Kinder". Betriebsbereit – fertig sei man bei einer Modelleisenbahnanlage nie – ist das erste große Modul, eine Landschaftsanlage. Ab Januar folgt ein zweites großes Modul, das einem städtischen Bereich nachempfunden ist.

Fördervereins-Vorsitzender Helmut Banholzer sah das Museum insgesamt auf einem guten Weg und sprach von einer "erfreulichen Resonanz" seitens der Besucher, die schon am Wochenende ablesbar war. Dabei dankte er auch den zahlreichen Ehrenamtlichen und Helfern, ohne die ein Betrieb so nicht möglich wäre. Die ebenfalls eröffnete Sonderausstellung "Tempo machen – 100 Jahre Rennbahn fürs Kinderzimmer" bezeichnete er als "eine gute Attraktion", die man an Land gezogen habe, was an dem Abend schon allein durch das Interesse am Rennbahn-Regler deutlich wurde. Aber auch die Schaustücke können sich sehen lassen. Sie zeigen, so Frank W. Blache, der das Material von verschiedenen Sammlern zusammengetragen hat, einen Querschnitt durch Hersteller und Entwicklungen, die mehr oder weniger erfolgreich waren. Und so gehören auch Entwicklungen von Faller aus Gütenbach zu den Schaustücken, auch wenn heute Carrera das Synonym für Rennbahnen sei.

Quelle: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-ein-museum-fuer-die-ganze-familie.497c250f-8b7e-4644-9dde-5f207d8a0dd6.html

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